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Von „Kopftuchmädchen“, „türkischen Gemüsehändlern“ und „Asylschmarotzern“ – Wie kann Solidarität heute gelingen?

Ein Workshop-Bericht von Hülya Gürler | Diplom-Pädagogin & Journalistin mit Schwerpunkt auf
Migration & Diversity

Insbesondere nach dem Buch von Ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin „Deutschland schafft sich ab“ sind rassistisch-klassistische Zuschreibungen wieder mehrheitsfähig geworden. Nicht nur die AfD wird nicht müde von „faulen Griechen“ und „Armutszuwanderung in unsere Sozialsysteme“ zu sprechen und immer wieder die „Rückständigkeit der Muslime“ hervorzuheben. Viele Deutsche fühlen sich bestätigt. Die Folge ist, dass häufig Menschen, die diese rassistischen Zuschreibungen negativ betreffen, von Res-sourcen in der Gesellschaft abgeschnitten werden.

Im Rahmen dieses Workshops wurden Mechanismen, die Menschen in Armut halten und zur Entsolidarisierung beitragen, reflektiert. Außerdem wurden Fragen danach diskutiert, was jede*r im eigenen Handlungsbereich tun kann, um diese Mechanismen aufzudecken, was solidarisches Handeln bedeutet und was er*sie braucht, damit People of Colour/Migrant*innen empowert werden.

Was wurde gemacht?

Der Workshop begann mit der Übung „Ein Schritt nach vorn“ anhand unterschiedlicher Beispiele. Die Übung wurde von den Teilnehmenden positiv angenommen. Es wurde plastisch, wie weit ein Mensch im Leben kommen kann, je mehr Privilegien ihm zugestanden werden. Anschließend wurden Gefühle und Empfindungen der einzelnen Teilnehmer*innen diskutiert, die während der Übung bei den Teilnehmenden aufgekom-men waren. Die Diskussion war sehr lebhaft. Im Weiteren folgte ein kurzer Vortrag über Abstiegsängste und Illusionen der Mittelschicht. Diese hat viel zu verlieren, wenn sie sich durch gezielte Aufwertungs-Kampagnen aufwerten lässt und von der Unterschicht entsolidarisiert. Im nächsten Schritt unternahmen wir den Versuch „Klassismus“ zu definieren. Nach einer kurzen Pause brachten die Teilnehmenden Beispiele von Deklassierung aus ihrer Praxis ein. Dabei war nicht nur Thema Klassismus, sondern auch beispielsweise Heteronormativität.

Indem Versuch den Bogen zur Deklassierung zu spannen wurden unterschiedliche Unterdrückungsmechanismen intersektional diskutiert.

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